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[/Logbuch]
1.Tag: 01. September 2005
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Die Dame am Check-In mochte es kaum glauben:
Eine 20 Meter lange Gepäckwagen-Kolonne
schob sich in Richtung Counter. Das 18-Köpfige
Mission-To-Blue-Team reiste nicht wirklich
mit leichtem Gepäck.
Zu verstauen waren
der 2,50 Meter lange stählerne Tauchschlitten,
jede Menge Alu-Kisten mit Kameraausrüstung,
Notfallkoffer, Tauchtechnik und vier 20-Liter-Flaschen
für die Mischgastaucher. Die insgesamt
850 Kilogramm Gepäck wurden nach langem "hin
und her" dann doch noch erfolgreich aufs
Band der Fluggesellschaft "diskutiert". |
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2.Tag: 02. September 2005
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Für das Gelingen unseres Projektes unerlässlich
ist ein zuverlässiger Partner
vor Ort:
Rolf Schmidt und sein Team von der Tauchbasis
Sinai Divers sind begeistert von der ausgefeilten
Technik des Tauchschlittens.
Nach einer Pressekonferenz in den Basisräumen
gab es eine Fotosession mit dem Star: Tom Sietas,
amtierender Weltmeister im Freitauchen, posierte
geduldig mit jeder Menge Tauchtouristen für
ein Erinnerungsfoto.
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3.Tag: 03. September 2005
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Der bekannte Druckkammer-Spezialist Dr. Adel
Taher gewährte
uns einen spannenden Einblick
in sein Druckkammerzentrum –
es ist das
einzige auf der Sinai-Halbinsel. Hier behandelt
der Tauchspezialist jährlich dutzende
schwerer Tauchunfälle. Zum Abschied wünschte
er schmunzelnd: „Ich will euch hier nicht
wieder sehen!“ Wir Sie auch nicht, Herr
Doktor - als Patienten natürlich!
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4.Tag: 04. September 2005
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Ein erfolgreicher Tag auf dem Tauchboot geht
zu Ende: Sven (2. v.
links) hat gleich während der ersten Trainingseinheit
mit einer Tiefe von 50 Metern eine persönliche
Bestleistung in der Disziplin Immersion Libre
aufgestellt. Gesichert wird jeder seiner Abstiege
von Freundin Sabine (1.
v. l). Tom (3.v.l.) ist sehr zufrieden mit
der Flexibilität seiner Lunge.
Immer an seiner Seite ist seine Freundin Sarah
(4.v. l.). „Sie bringt mir Glück
und macht, dass ich mich wohl fühle“,
schwärmt er.
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5. Tag: 5. September 2005 |
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Raschied Schabana geht auf Nummer sicher:
für den 100-Meter-Tieftauchgang schreibt
der passionierte Techdiver mit
wasserfestem
Marker die Gasgemische auf die verschiedenen
Automaten. Eine Verwechslung während der
langen Deko-Phasen wäre fatal… |
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6. Tag: 6. September 2005 |
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Raschied und Tauchpartner Andi Kücha,
einer der erfahrendsten Höhlentaucher
Deutschlands, bereiten sich auf den 100 Meter tiefen Abstieg vor.
Im Wasser werden noch
zusätzliche
Flaschen gefüllt mit Helium-Gemisch befestigt.
Der erfolgreiche Tauchgang dauerte insgesamt
75 Minuten, davon waren lediglich fünf
Minuten reine Grundzeit. |
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7. Tag: 7. September 2005 |
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Das Mechanikerduo Michael Jolig und Thomas
Schwarz legt in der Werkstatt der Sinai-Divers
letzte Hand am Schlitten an. Kleine Details
sind noch zu verändern und hier und da
muss noch etwas gebohrt oder geschliffen werden,
damit das Extremsportgerät
auch tadellos läuft. Besonderes Augenmerk liegt hierbei
auf der Montage der Unterwasserkamera, die durch
ein Gehäuse der Firma Silverfish vor dem starken Wasserdruck geschützt wird. |
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8. Tag: 8. September 2005 |
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Bei sengender Mittagsglut posieren Sven und
Sabine beim Zeittauch-Training im Pool des
Delta Sharm für die Kamera. Für zwei Minuten TV-Beitrag heißt es zwei Stunden
lächeln und still halten bis alles im „Kasten“ ist. |
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9. Tag: 9. September 2005 |
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Nun ist er fertig und installiert: Der Schlitten
hängt an einem provisorischen Ausleger
um die Technik zu testen. Sven wagt den ersten
Test-Tauchgang auf 50 Meter – und prompt
geht alles schief was schief gehen kann…typisch
Generalprobe eben.
Der Hebesack löst nicht
aus. Hier müssen die Mechaniker noch mal
ran! Zum Glück war ein Flossenaufstieg
aus 50 Metern für Sven keine Problem,
sondern eher eine willkommene Trainings-Abwechslung. |
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10. Tag: 10. September 2005 |
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Das Team ist für die Dauer der zweiten
Woche auf die Ghazala I gezogen und der Schlitten
ist einsatzbereit. Tom wagt seine erste Probefahrt
und taucht auf Anhieb 80 Meter tief!
"Die
100 Meter sind beim nächsten mal auf jeden
Fall drin", sagt er strahlend nach dem
Tauchgang. Gesagt, getan! Tom steigt wenige
Stunden später in der Nachmittagssonne
auf 100 Meter Tiefe ab. |
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11. Tag: 11. September 2005 |
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Der Schlitten und Toms körperliche Verfassung
sind gut, aber die ständig wechselnde
und stärker werdende Strömung bereitet
Probleme. "Der Schlitten muss lotwärts
fahren, sonst wird es für alle Beteiligten
gefährlich", warnt Sicherungstaucher
Raschied Schabana.
Sven hat mit Sorgen anderer
Art zu kämpfen. Die Nachwehen einer hartnäckigen
Bronchitis machen ihm zu schaffen. Vorsicht
ist angesagt! Daher steigt er in der Disziplin
Immersion Libre nur auf sichere 50 Meter Tiefe
hinab.
Beide Leistungssportler stehen unter ständiger
Überwachung durch den Taucherarzt Dr. Dirk
Henze von der Universität Halle. |
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12. Tag: 12. September 2005 |
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Der Tag der Entscheidung. Heute müssen
unter den Augen der Jury die Qualifikationstauchgänge
für die Rekordversuche absolviert werden.
Die Bedingungen entsprechen dem von AIDA vorgeschriebenen
Wettkampfreglement. Die Juroren Erez Beatus
(Israel) und Sven-Oliver Vogel (Deutschland) überwachen
streng die Einhaltung der Regeln. Trotz Strömung
taucht Tom großartige 122 Meter tief
und überbietet damit den geltenden deutschen
Rekord um zwei Meter.
Sven schafft es trotz Erkältung auf hervorragende
65 Meter Tiefe. Das sind fünf Meter mehr
als der bestehende deutsche Rekord.
Rolf Schmidt,
Inhaber der Sinai Divers, ist begeistert
von der Leistungsfähigkeit
der beiden Sportler. |
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13. Tag: 13. September 2005 |
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Nach so viel sportlichem Einsatz folgt ein
relaxter Tag mit entspannten Trainingseinheiten.
Zeit für die Schlitten-Mechaniker Michael
Jolig und Thomas Schwarz das Equipment zu warten
und den optimalen Sitz der Federn, Schrauben
und Ösen zu überprüfen. |
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14. Tag: 14. September 2005 |
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Die Strömung ist so stark, dass der
Schlitten am Seil wie ein Fähnlein im
Winde hängt. Selbst mit Aufstockung des
Grundgewichtes ist nichts zu wollen. "In
dieser Jahreszeit ist die Strömung nicht
berechenbar. Spielst du mit dem Meer, musst
du dich seinen Regeln unterwerfen", weiß Kapitän
Darren, der das Rote Meer seit 20 Jahren durchschifft.
Nach einer hitzigen Diskussion mit Juroren,
Athleten, Kapitän und Sicherungstauchern
ist schnell klar: Die Versuche müssen
aus Sicherheitsgründen abgesagt werden.
Zu groß ist die Gefahr, dass der Schlitten
sich verkantet und Apnoeisten und Sicherungstaucher
verletzen könnte. Auch Sven muss den Versuch
leider abbrechen. Das Boot driftet so stark,
dass auch sein Rekordseil unkontrolliert in
der Strömung "flattert".
Als kleines Trostpflaster schipperte Darren
uns zu einem Delphin-Schlafplatz. Tatsächlich
war eine Schule Meeressäuger "zu
Hause" und war rund eine Stunde lang zu
lustigen Spielen bereit. Herrlich!
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15. Tag: 15. September 2005 |
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Nun heißt es Abschied nehmen. Zwei
Wochen Rekordfieber und tägliches Tauchtraining
sind vorüber. Erschöpft aber sehr
zufrieden geht es zurück in Richung Deutschland.
Kein Grund zur Traurigkeit denn: Mission To
Blue geht weiter! Ein neues Tauchprojekt für
2006 ist schon in Planung. Wie heißt
es so schön: Nach dem Rekordprojekt ist
vor dem Rekordprojekt! |
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